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Mittelpunkt Selbstreflexion

 

Wie wäre es in ein Krankenhaus zu kommen, indem die Mitarbeiter ein verträumtes Lächeln auf dem Gesicht haben und Sie mit einem freundlichen „Hallo“, was kann ich für Sie tun begrüssen? Wie wäre es, Krankenschwestern und Ärzte, Physiotherapeuten und Logopäden in einem kommunikativen Austausch zu sehen, wo konstruktiv miteinander gesprochen wird, wo die Harmonie zum Greifen nahe ist? Möchten Sie auch einmal in ein solch „verzaubertes Krankenhaus“ hineintreten oder sogar arbeiten? Ich muss Sie leider enttäuschen, die Wahrheit sieht anders aus. Jeder von Ihnen, der im Gesundheitswesen tätig ist, oder möglicherweise selber Patient war, hat seine eigene Geschichte zum Thema Krankenhaus, Altenheim oder andere Gesundheitseinrichtungen. Fakten wie: Stress, Zeitdruck, Fehlzeiten, Burn- out und Unterbesetzung zieren unseren Gesundheitshorizont. Ich befasse mich in diesem Artikel mit Fragen, „wie könnte es sein bis hinzu was kann man tun“, um den Gesundheitshorizont wieder aufzuklaren um Licht ins dunkele zu lassen.

Wir richten unseren Blick kurz nach Indien: Hier war ich Anfang des Jahres und habe verschiedene Krankenhäuser in Delhi und Rishikesh besucht. Das Ergebnis ist wahrscheinlich ein anderes was Sie erwarten. Das Ergebnis war erleuchtend. Obwohl die Armut und die Unsauberkeit nicht zu übersehen war, war das Personal hingegen ausgesprochen höflich und entspannt. Das Traumbild eines harmonischen Zusammenarbeitens im Krankenhaus gibt es also tatsächlich. Was machen die Inder also richtig? Es ist die Ausrichtung der eigenen Geisteshaltung gegenüber seinen Gedanken und Taten. Durch tägliches Meditieren und Achtsamkeitsübungen lassen sich die Mitarbeiter in den Krankenhäusern gar nicht erst auf Stress ein, sondern reflektieren ihr Selbstbild. Ihre Philosophie lautet: „Nur, wenn man das eigene Selbst erkennt, erkennt man auch die Bedürfnisse anderer“. Selbstreflexion lädt zum Nachdenken über sich selber ein und zum Hinterfragen und Beurteilen des eigenen Denkens. So, wie wir unsere eigenen Handlungen beurteilen, so beurteilen wir auch die Handlungen anderer. Deshalb ist es wichtig, nett mit uns selber zu sein, sozusagen die Selbstliebe zu berücksichtigen, um in der sozialen Gemeinschaft zu agieren. In den Indischen Krankenhäusern gibt es Meditationzimmer und regelmässige Treffen um gemeinsam Yoga zu praktizieren. „Durch Übungen wie Meditation, entwickelt der Geist die Fähigkeit, auf allerkleinste oder allergrößte Objekte gleichermaßen vollkommen fokussiert zu bleiben, und kommt so unter Kontrolle“, schreibt Patanjali in den Yoga Sutras.

In unserer westlichen Welt denken viele Menschen, dass Meditation oder Yoga mit Esoterik zu tun hat und schieben den Gedanken der Mediation gleich voller Vorurteile zur Seite. Richtet man den Blick jedoch etwas näher, wird man erkennen, das Mediation schon seit vielen tausend Jahren existiert. Die Meditation findet Ihre Wurzeln im Buddhismus und hat über die Zeit immer mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Aufmerksamkeit ist nicht unbegründet, denn mit der Zeit gibt es viele wissenschaftliche Studien über Mediation und Verhalten. Die Wissenschaft richtet ihren Blick hier speziell auf neuronale Veränderungsprozesse im Gehirn, die auf Meditation zurückzuführen sind. In einer Reihe von Längsschnittstudien konnte eine Gruppe von Wissenschaftlern herausfinden, dass nach einer achtwöchigen Trainingszeit über täglich 45 Minuten Meditation, eine signifikante Verdichtung der grauen Substanz im Bereich des Hippocampus zu beobachten war. Diese Beobachtungen konnte man anhand einer MRT( Magnetresonanztomographie) Untersuchung sehen. Die graue Substanz ist eine Struktur im Gehirn, die Beispielsweise durch Dauerstress, spezifisch durch eine Erhöhung des Cortisolspiegels im Blut, geschädigt werden kann. Durch die Erkenntnis, das man durch Meditation das Nervensystem trainieren kann, sind wir in der Lage unsere Verhaltensweisen in eine positive Richtung zu lenken. Welche Meditation wir wählen ist uns selber überlassen. Verschiedene Ansätze haben sich über die Jahre heraus entwickelt. So entwickelte Beispielsweise Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren am „Center for Mindfulness, University of Massachusetts“ eine Methode die er, „MBSR“ nannte, heisst soviel wie: Mindfulness-Based Stress Reduction, zu Deutsch: achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Durch verschiedene Meditationtechniken entwickeln die Klienten langsam, Achtsamkeit gegenüber sich selbst zu integrieren und zu festigen. Es ist also nicht nur ein entspannter Sitz, den man bei der Meditation einnimmt und quasi gar nichts tut. Von außen sieht es häufig unspektakulär aus, aber es steckt viel Macht darin. In dieser sitzenden Position versucht der Klient seine Aufmerksamkeit auf ein Objekt seiner Wahl zu richten oder seine Aufmerksamkeit auf die Atmung zu konzentrieren. Bereits hier findet eine Achtsamkeit gegenüber seinen Gedanken statt. Die Kunst ist, die Aufmerksamkeit ruhig und ungezwungen auf dem Objekt ruhen zu lassen. Häufig kommen störende Gedanken wie:“ was war oder wie könnte es sein“, und halten einen somit von der Meditation ab. „Hier ist es wichtig, Empfindungen nicht zu bewerten, sondern zu beobachten, zu akzeptieren und langsam wieder seine Gedanken zum Objekt zurückzuführen“, laut Jon Kabat Zinn. Im Alltag kann man Achtsamkeit ebenso trainieren, indem man sich bewusst macht, was man grade in dem Moment tut: putzt man sich die Zähne, so putzt man sich die Zähne, mit all seiner Aufmerksamkeit, genauso beim Duschen, Essen oder anderen alltäglichen Dingen, die man sonst, „einfach mal so“ tut. Probieren Sie es aus. „Die längste Reise ist die Reise nach innen,“ sagte einmal Dag Hammarskjöld, UN- Generalsekretär, engagierter Politiker, Träumer und christlicher Mystiker.

In Zukunft könnte es auch bei uns um Selbstreflexion gehen. In Zukunft könnte es in der Pflege um Selbstreflexion und Achtsamkeit gehen. In meinen Team Coachings für Gesundheitspfleger/ innen habe ich mir genau diese Themen zu Herzen genommen- Meditation und Achtsamkeit in der Pflege!

Der Traum von einem Krankenhaus, indem alle wertschätzend miteinander arbeiten, muss kein Traum bleiben. Die Wissenschaften geben es uns vor, die Alten religiösen Schriften zeigen es uns, der Weg ist also ausgerichtet. Wir müssen ihn nur beschreiten.

Mein Name ist Daniela loeffke und ich bin Expertin für Life-und Team Coaching. www.loeffke-coaching.de

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1 Quellen: Gesundheit & Psyche, Psychologie heute-März 2011, www.pressesyndiktat.de

Patanjalis Yogasutra, Der Königsweg zu einem weisen Leben von Ralph Skuban.

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